Küchenzeile ohne Oberschränke mit zwei offenen Holzregalen über der Spüle

Offene Regale in der Küche: Gute Idee oder Staubfänger?

Offene Regale in der Küche: Gute Idee oder Staubfänger? 1200 800 Parsley of Happiness

Küche ohne Oberschränke:
Sind offene Regale wirklich eine gute Idee?

Es fordert manchmal etwas Mut, so wie bei einer kleinen skandinavischen Küche, die ich geplant habe. Es war eine kleine Küche und der erste Instinkt sagt: so viel Stauraum wie Möglich! Tatsache ist: eine kleine Küche ist und bleibt eine kleine Küche, sie wird nie genauso viel unterbringen können wie eine große. Mit der richtigen Planung kann sie genau so praktisch und gemütlich sein – zum Beispiel, in dem du offene Regale einplanst.

Kurz gesagt: Für die meisten Küchen ist eine Kombination am praktischsten: eine schöne und gut überlegte Wand mit offenen Regalen und genügend geschlossenem Stauraum in Unter- oder Hochschränken. Bist du sehr ordentlich und/oder hast ohnehin ausreichend Stauraum unten, kannst du auch ganz auf Oberschränke verzichten.

Die Vorteile offener Regale in der Küche

Fange wir mit den netten Dingen an

1. Die Küche wirkt größer und offener

Oberschränke sind praktisch, aber sie sind nun mal klobig und hängen auf Augenhöhe. Vor allem in einer kleinen Küche können viele Hängeschränke den Raum optisch zusammendrücken und kleiner wirken lassen. Eine schmale Küche fühlt sich dadurch noch schmaler an. Offene Regale geben der Wand mehr Tiefe und Struktur, lassen mehr von der Rückwand sichtbar und machen die gesamte Küchenzeile leichter.

Das ist keine mathematische Vergrößerung – der Grundriss bleibt natürlich derselbe. Aber der Effekt kann erstaunlich deutlich sein. Genau deshalb gehören Regale statt Hängeschränken auch zu meinen wichtigsten Tipps für eine kleine Küche.

2. Alles, was du täglich brauchst, ist in Griffweite

Tassen, Teller, Gläser oder Frühstücksschalen müssen nicht hinter Türen verschwinden. Du siehst sofort, wo alles steht, und greifst mit einer Hand danach. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Küchenalltag aber sehr angenehm. Und ganz zu schweigen vom Ausräumen des Geschirrspülers: Du nimmst das saubere Geschirr heraus und stellst es direkt ins Regal. Es ist beinahe so wenig Arbeit, als würdest du es einfach auf der Arbeitsplatte abstellen – nur dass es bereits weggeräumt ist.

Offene Regale können außerdem eine gute Lösung für Menschen sein, die hoch montierte Oberschränke nur eingeschränkt nutzen können – zum Beispiel wegen ihrer Körpergröße, mit zunehmendem Alter oder bei eingeschränkter Schulterbeweglichkeit. Entscheidend ist allerdings, dass die Dinge tatsächlich in einer gut erreichbaren Höhe stehen und nach wie vor nicht zu schwer sind. Ein offenes Regal knapp unter der Decke erspart schließlich auch keinen Hocker.

3. Schöne Gebrauchsgegenstände werden zur Küchendeko

Gutes Alltagsgeschirr, Gläser, Holzbretter und Vorratsdosen haben bereits einen dekorativen Wert. Sie brauchen keine zusätzliche Dekoration neben sich. Das ist für mich eine der größten Stärken offener Küchenregale: Die Küche sieht wohnlicher aus, ohne dass wertvoller Stauraum mit Dingen gefüllt wird, die nur herumstehen.

Das funktioniert in einer reduzierten skandinavischen Küche genauso gut wie in einer Landhausküche. Dort kann ein Tellerregal eine besonders schöne Alternative zum normalen Wandboard sein. Denkst du über eine Landhausküche nach? Welche Art zu dir passt, zeige ich im großen Landhausküchen-Guide.

Helle Landhausküche mit offenen Holzregalen, weißem Tellerregal und geschlossenen Unterschränken
Offene Regale und ein Tellerregal bringen Alltagsgeschirr in Griffweite; die Unterschränke übernehmen den weniger dekorativen Stauraum. Foto: ParsleyofHappiness.com

Die Nachteile: Ordnung, Staub und weniger Verstecke

1. Offene Regale verlangen eine gewisse Grundordnung

Ein Oberschrank verzeiht viel. Tür zu, Problem gelöst. Ein offenes Regal ist weniger diplomatisch. Einzelne Werbetassen, halbvolle Pastapackungen und eine wachsende Sammlung an Kunststoffdosen sehen offen meist genauso zusammengewürfelt aus, wie sie sind.

Das bedeutet nicht, dass jedes Glas exakt drei Zentimeter Abstand zum nächsten haben muss. Die Regale sollten nur eine erkennbare Funktion haben: hier stehen die Tassen, dort die Teller, oben die Vorratsgläser. Wenn jedes Stück einen festen Platz hat, bleibt die Ordnung fast von selbst erhalten.

2. Auf offenen Regalen sammelt sich Staub – und in Herdnähe auch Fett

Ganz ehrlich: Eine Küche wird nie putzfrei sein, egal wie du sie einrichtest. Auf offenen Flächen ist Staub jedoch schneller sichtbar, und das Geschirr ist Staub stärker ausgesetzt als hinter einer Schranktür. In der Nähe des Kochfelds kann sich zusätzlich ein feiner Fettfilm bilden, an dem Staub besonders gut haftet.

Deshalb würde ich offene Regale nicht direkt neben einer stark genutzten Kochstelle planen. Eine gut arbeitende Dunstabzugslösung hilft, ersetzt aber nicht das Wischen. Bei der Positionierung müssen außerdem die Sicherheits- und Mindestabstände der Gerätehersteller eingehalten werden.

Aber außer Töpfen und Gewürzen: Was wäre direkt über dem Kochfeld wirklich praktisch griffbereit? Mir fällt nicht viel ein. Es ist also vielleicht eine Überlegung wert, ob das wirklich die richtige Stelle für offene Regale ist.

3. Du verlierst geschlossenen Stauraum

Ich will dir aber nichts vorenthalten: Ein Regalboden ist nicht dasselbe wie ein Oberschrank. In einem Schrank kannst du oft eine zweite Reihe nutzen und viel enger stapeln und verstauen als auf einem offenen Regal. Hier sollte alles sichtbar und erreichbar bleiben.

Wer jeden Zentimeter Stauraum braucht, sollte deshalb zuerst rechnen und ausmisten – und nicht einfach alle Hängeschränke aus dem Küchenplan löschen.

Zwei offene Holzregale mit Tassen, Tellern und Vorratsgläsern über der Spüle einer skandinavischen Küche
Fliesen hinter der Küchentheke haben einen zu Unrecht schlechten Ruf, finde ich. Foto: ParsleyofHappiness.com

So werden offene Küchenregale alltagstauglich

Klar, offene Regale haben Nachteile – was hat das nicht? Aber keine Sorge: Mit diesen Tipps lassen sie sich gut umgehen:

1. Plane den Inhalt gemeinsam mit dem Regal. Wenn du das Regal planst, überlege gleichzeitig, was darauf stehen soll. Zum Beispiel: Kaffeedose, Kaffeetassen und Zucker; Müsli, Müslischalen und Löffel; oder Kochbücher, Messbecher und Küchenwaage. Das Regal sollte nur so groß sein, dass diese Dinge darauf Platz haben – nicht mehr und nicht weniger. Mehr Platz wird schnell zum Ramschplatz, zu wenig wirkt vollgestopft und ist unpraktisch.

2. Nutze sie für Dinge, die du oft brauchst. Alltagsgeschirr, Tassen und Gläser werden regelmäßig heruntergenommen und gespült. So haben Staub und Fett weniger Zeit, sich festzusetzen.

3. Stelle nur eine Reihe auf das Regal. Sobald Dinge hintereinander stehen, musst du zum Putzen und Suchen jedes Mal das halbe Regal ausräumen.

4. Verzichte auf reine Dekoration. Sie nimmt Platz weg, muss abgestaubt werden und lässt das Regal schneller überladen wirken. Schöne praktische Dinge reichen völlig.

5. Plane Gruppen statt Einzelstücke. Du weißt schon, die coolen Dosen oder das schöne Geschirr, das du bisher nie rechtfertigen konntest? Jetzt ist der richtige Moment dafür. Schöne Gebrauchsgegenstände, wiederkehrende Materialien und aufeinander abgestimmte Farben wirken ruhig und sehen sofort aufgeräumter aus. Es muss nicht alles aus einer Serie stammen, nur zusammenpassen.

6. Halte die Fläche leicht abwischbar. Ein glatter, ausreichend tiefer Regalboden ist im Alltag angenehmer als eine stark raue oder empfindliche Oberfläche.

Dunkelblaue Landhausküche mit zwei offenen Wandregalen und weißer Spüle
Offene Wandregale lassen die dunkelblaue Küchenzeile leichter wirken und setzen Holzgeschirr und weiße Keramik in Szene. Foto: Little Greene

Was gehört auf offene Regale – und was besser nicht?

Gut geeignet Besser geschlossen aufbewahren
Tassen, Teller und Schalen für den täglichen Gebrauch Selten benutztes Festtags- oder Serviergeschirr
Trinkgläser, wenn sie regelmäßig in Verwendung sind Eine Wildwuchs-Sammlung aus einzelner Werbe- und Spruchtassen
Einheitliche, gut schließende Vorratsbehälter aus Glas, Keramik oder einem anderen hochwertigen Material Original-Verpackungen, Kunststoffbehälter und lose Lebensmittel
Ein oder zwei Holzbretter, Krüge oder schöne Schüsseln Dekogegenstände ohne Funktion
Kräuter, wenn Licht und Standort passen Empfindliche, nicht abwischbare Dinge direkt neben Dampf und Kochfett, zum Beispiel Kochbücher

Wie hoch und tief sollten offene Küchenregale sein?

Als grober Ausgangspunkt kann das unterste Regal etwa 50 bis 60 Zentimeter über der Arbeitsplatte beginnen.
Eine Tiefe von ungefähr 20 bis 30 Zentimetern reicht für Teller, Gläser und Vorratsdosen meist aus, ohne zu weit über die Arbeitsfläche hinauszuragen. Ein Abstand von etwa 30 bis 35 Zentimetern zwischen zwei Regalböden ist häufig praktisch und wirkt stimmig.

Das sind Planungswerte, keine Naturgesetze. Wie hoch sind die Dinge, die du darauf platzieren willst? Hast du einen Fliesenspiegel, der einen logischen Anfang/Ende wäre?

Außerdem: Richte die Höhe nach den Menschen aus, die die Küche benutzen werden. Dinge des täglichen Gebrauchs sollten ohne übermäßiges Strecken, Klettern oder schweres Heben erreichbar sein.

Prüfe bei jeder Wand außerdem Material, Befestigung und Tragfähigkeit, gerne  mit einer Fachperson – Geschirr ist schwerer, als man glaubt.

Komplett ohne Oberschränke oder lieber eine Kombination?

Wenn du ein Ordnungsmensch bist, wenig Kleinkram besitzt und in Unterschränken, Hochschränken oder einer Speis genügend geschlossenen Stauraum hast, kannst du eine Küche durchaus nur mit offenen Regalen planen. Das ist der direkte Weg zu einer Küche mit echtem Wow-Effekt.

Für die meisten Haushalte halte ich allerdings die Kombination für noch besser: Eine Wand bekommt offene Regale und wird automatisch zum Blickfang. Der Rest der Küche übernimmt mit geschlossenen Ober- oder Hochschränken die weniger glamourösen Aufgaben. Auch eine schmale, gut geplante Speis kann viel geschlossenen Stauraum ersetzen.

Bei unserer eigenen Küchenrenovierung war genau diese Aufteilung wichtiger als möglichst viele tiefe Schränke an jeder Wand.

Offene Holzregale mit weißen Tassen, Tellern, Gläsern und Vorratsgläsern vor weißen Fliesen
Tassen, Teller und Gläser werden täglich benutzt – genau deshalb funktionieren sie auf offenen Küchenregalen besonders gut. Foto: ParsleyofHappiness.com

Meine Entscheidungshilfe: offene Regale ja oder nein?

Ja, passt gut Kombination ist besser Eher keine gute Idee
Du nutzt vor allem schönes Alltagsgeschirr, Ordnung fällt dir leicht und du hast genug Stauraum in Unterschränken oder Hochschränken. Du möchtest eine leichte Blickfang-Wand, brauchst aber auch Platz für Vorräte, Kunststoffdosen und selten benutzte Dinge Jeder Zentimeter geschlossener Stauraum ist bereits knapp, du willst möglichst wenig wischen oder die einzige freie Wand liegt direkt am Kochfeld.

Fazit: Sind offene Regale in der Küche eine gute Idee?

Ja, auf jeden Fall – besonders wenn du sie als echten Stauraum für schöne Gebrauchsgegenstände nutzt und nicht als Dekobühne oder Dauerstauraum. Sie öffnen die Küche optisch, halten Alltagsdinge griffbereit und können gerade kleinen Küchen mehr Leichtigkeit geben.

Es ist aber kein Entweder-oder – du musst deshalb nicht sämtliche Oberschränke verbannen. Eine offene Wand kombiniert mit geschlossenem Stauraum an anderen Wänden ist kein halbherziger Kompromiss, sondern für viele Küchen die beste Lösung. Der offene Bereich wird zum Highlight; hinter den übrigen Türen darf das ganz normale Küchenchaos stattfinden.

Du kannst auch im Nachhinein selbst Regalbretter einbauen
Schlichte Vorratsdosen sind super-chick und müssen nicht versteckt werden.
Griffbereites Geschirr ist sowohl beim Tischdecken und Geschirrspüler ausräumen sehr praktisch.

Häufige Fragen zu offenen Regalen in der Küche

Sind offene Regale in der Küche praktisch?

Ja, besonders für Tassen, Teller, Gläser und andere Dinge, die täglich benutzt werden. Für selten verwendete Gegenstände oder unruhige Vorratspackungen sind geschlossene Schränke praktischer.

Verstauben offene Küchenregale schnell?

Auf offenen Flächen sammelt sich Staub, in der Nähe des Kochfelds zusätzlich Fett. Wenn nur häufig verwendete Dinge in einer Reihe darauf stehen, kannst du sie beim normalen Gebrauch abnehmen und die Fläche schnell auswischen.

Eignen sich offene Regale für eine kleine Küche?

Oft sogar besonders gut, weil eine Küchenzeile ohne viele Hängeschränke leichter und größer wirkt. Vorher solltest du jedoch prüfen, ob Unter- und Hochschränke genügend geschlossenen Stauraum bieten.

Was stellt man auf offene Küchenregale?

Am besten Dinge, die schön und praktisch zugleich sind: Alltagsgeschirr, häufig benutzte Gläser, gut schließende Vorratsdosen, Holzbretter oder Kräuter am passenden Standort. Reine Dekoration braucht es nicht.

Wie tief sollte ein offenes Küchenregal sein?

Etwa 20 bis 30 Zentimeter sind für viele Teller, Gläser und Dosen ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend sind aber dein Geschirr, die verfügbare Wandfläche und eine Befestigung, die das Gewicht sicher trägt.

Küchenzeile ohne Oberschränke mit zwei offenen Holzregalen über der Spüle

Offene Regale in der Küche: Gute Idee oder Staubfänger?

Offene Regale in der Küche: Gute Idee oder Staubfänger? 1200 800 Parsley of Happiness

Nicht sicher ob offene Regale statt Oberschränke? Ich zeige dir, wann sie wirklich praktisch sind, was gegen Staub und Chaos hilft und für welche Küchen eine Kombination die beste Lösung ist.

Weihnachten in Beige und Gold

Weihnachten in Beige und Gold 1440 1920 Parsley of Happiness

Weihnachten in Beige und Gold, ist die Salted Caramel Cookie der Weihnachtsdeko. Genau so gut und genau so schön. So bekommst du den Stil.

Adventskranz Ideen, skandinavischer Adventskranz

Moderner einfacher Adventskranz

Moderner einfacher Adventskranz 1200 1800 Parsley of Happiness

Hast du es auch satt, jedes Jahr den gleichen Adventskranz anzusehen? Wie wäre es, wenn wir dieses Jahr dem Adventskranz einen Facelift geben?

julelenke

Einfache Weihnachtsgirlande basteln (super auch mit Kindern)

Einfache Weihnachtsgirlande basteln (super auch mit Kindern) 1200 675 Parsley of Happiness

Über die Jahre hat sich bei mir viel Weihnachtsdeko angesammelt – sehr viel!
Doch je mehr Deko ich habe, umso mehr tendiere ich zur einfacheren Deko. Und dieses Jahr – die Papiergirlande. Einfacher geht basteln wirklich nicht. Bei uns in Skandinavien gibt es die Girlande nur für Weihnachten.