Das solltest du wissen vor deinem ersten Mal Tapezieren

Das solltest du wissen vor deinem ersten Mal Tapezieren 1920 2560 Parsley of Happiness

Hast du noch nie eine Tapete angebracht? Ist aber alles kein Problem, denn es gibt sehr viele da draußen, die gute Ratschläge rund ums Tapezieren geben. Vertrau mir, ich habe sie alle gelesen, und mich verunsichern lassen…. Manchmal bekomme ich aber das Gefühl, dass die Profis es vergessen haben, wie es ist, kompletter Anfänger zu sein.

Zum ersten Mal Tapete anbringen:

Das solltest du wissen vor deinem ersten Mal Tapezieren

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Nur damit es gesagt ist: ich bin kein Profi, was Tapezieren angeht. Aber…! Jetzt habe ich meine erste Tapete (außer wir zählen damals, als ich mit 5 Jahren meiner Mum «geholfen» habe) angebracht.

Ist aber alles kein Problem, denn es gibt sehr viele da draußen, die gute Ratschläge rund ums Tapezieren geben. Vertrau mir, ich habe sie alle gelesen. Manchmal bekomme ich aber das Gefühl, dass sie alle Profis sind. Sie haben so oft Tapeten angebracht, dass sie es vergessen haben, wie es ist, kompletter Anfänger zu sein. Denn als Anfänger gibt es sehr viele Dinge, die gar nicht so offensichtlich sind wie für Profis.

Es ist wie wenn Küchenprofis Rezepte schreiben: «In den Ofen stellen, bis sie fertig gebraten sind», «Wasser zufügen, bis der Teig eine feine Konsistenz hat», oder mein Favorit: «nicht zu viel rühren» – was soll das bitte bedeuten??!?!?!? Ich brauche einfache und vor allem eindeutige Maße, die eindeutig zu messen sind, wie Milliliter oder Minuten.

So ungefähr ist es auch beim Tapezieren. So, hier sind sie also, von mir zu dir, eine Liste über gute (oder zumindest gut gemeinte) Ratschläge und Erfahrungen, die ich gemacht habe, als ich zum ersten Mal Tapeten anbringen wollte:

Die Wände vorbereiten eher du die Tapete anbringst DIY

Einfach loslegen solltest du nicht und wärest du wirklich bereit, es zu riskieren? Foto: Parsley of Happiness

Aber hallo, hier wird nicht einfach losgelegt. Tapetenkleister ist eine faszinierende Sache und zieht sehr schnell ein. Wenn du eine trockene Wand hast, wie Mauer, Gipskarton oder Holzwand, solltest du zuerst die Wand grundieren. Wenn du das googelst, kommen Aussagen von–bis. Einige meinen, jede Wand gehört grundiert, andere wiederum meinen, nur die sehr trockenen Wände und dann hast du diejenigen, die die Grundierung gar nicht erwähnen bzw. nie für nötig halten.

Doch was ist eine „sehr trockene Wand“ überhaupt? Genau … Denk mal daran: was, wenn der Kleister schneller in die Wand einzieht, als es zwischen Tapete und Wand trocknet und haftet, dann findest du womöglich die Tapete am nächsten Tag wieder in einem Haufen am Boden und das alles war umsonst.

Bist du bereit, dieses Risiko einzugehen? Im Ernst, ein Kübel Tapetengrundierung oder stark ausgedünnter Tapetenkleister (siehe Packung) kostet nicht viel, die Arbeit dauert eine Stunde und ist wirklich nicht schwer. Better safe than sorry, ist mein Tipp.

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Es gibt so viele schöne Tapeten, auch welche, die einfacher sind als andere… Foto: Parsley of Happiness

2. Tapete mit Bedacht wählen

Tapezieren ist nicht superschwierig, aber supereinfach ist es auch nicht. Du musst aufpassen, dass du zwischen den Bahnen einen schönen Stoß hast, die Tapete darf nicht schief hängen, das Muster muss von einer Bahn zur nächsten zusammenpassen. Ecken, Fenster und Lichtschalter sind andere Herausforderungen und dabei haben wir bei den Luftblasen gar nicht angefangen.

Ich habe eine Tapete mit senkrechten Streifen gewählt, weil der Raum ursprünglich sehr niedrig war und ich wollte den Raum damit in die Höhe strecken. Dann haben wir uns irgendwann mittendrin entschieden, die Decke durchzubrechen, um fast eine doppelte Raumhöhe zu bekommen. Die Idee mit den senkrechten Streifen war nicht mehr so aktuell, aber meine andere Lieblingstapete, so hat es sich herausgestellt, wird nicht mehr produziert, also sind wir bei Streifen geblieben.

Im Nachhinein war es gar nicht so blöd. Jetzt mussten wir uns zumindest um den Rapport (dort, wo das Muster von Bahn zu Bahn zusammenpassen muss) keine Sorgen machen. Dafür sind alle unsere Wände schief und uneben (wie es sich gehört in einem 100 Jahre alten Haus), das wird aber noch deutlicher, wenn du senkrechte Streifen hast.

Was ich versuche zu sagen, ist: wenn du Anfänger bist, so schön sie auch sind, mach dir das Leben nicht noch schwerer, indem du eine superkomplizierte Tapete wählst, die alle Problemzonen zur Schau stellt. Es gibt viele total schöne Tapeten, die etwas einfacher gehen. Wähle die schönste Tapete, die für deine Wand am einfachsten geht.

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Ich sage es nochmal, nicht einfach loslegen. Mit etwas Planung kannst du dich sehr viel Mühe sparen. Foto: Parsley of Happiness

3. Etwas Planung zahlt sich aus

Es mag offensichtlich klingen, aber wenn du den Tapezierprozess im Kopf zuerst durchgehst, sparst du dir einige böse Überraschungen unterwegs.

Zum Beispiel: Falls du an allen Wänden im Raum Tapete anbringen willst und du hast eine Tapete, wo du beim Rapport aufpassen musst, wird das Muster auf der ersten Bahn und der letzten nicht zusammenpassen. Überleg also, wo du anfangen kannst, um diese Schnittstelle zu kaschieren (siehe auch Punkt 5).

Außerdem ist es am einfachsten, ganze Bahnen zu verlegen. Das geht aber nicht immer, zum Beispiel bei einem Fenster muss ein Teil der Tapete ausgeschnitten werden. Pass auf, dass der Tapetenstreifen, der neben dem Fenster geht, nicht zu schmal wird. Wenn er zu schmal ist, reißt er sehr schnell. Fang so an, dass das nicht passiert.

Am einfachsten nimmst du eine Rolle, legst sie an die Wand und zeichnest einen Streifen an der Wand für jede Bahn. So siehst du, was dich erwartet und du kannst einen Fauxpas rechtzeitig vermeiden.

Tapetenmuster ist fast besser als Kaffee Foto: Parsley of Happiness

4. Fang nicht im Eck an

Es fühlt sich so logisch an, im Eck anzufangen, endet aber in der Regel böse. Diese Regel lässt keine Ausnahmen zu. In alten Häusern ist es vielleicht klar, aber selbst in neugebauten Häusern sind die Ecken nicht schnurstracks gerade. Wenn du in der Ecke anfängst, und diese Bahn hängt dadurch schief, wirst du das nie korrigieren können.

Fang irgendwo anders an (siehe Punkt 3 und 5), nutze eine Wasserwaage oder LED-Lichtstreifen (Laser-Wage o.Ä.), um die erste Bahn gerade anzubringen. Danach werden die anderen Bahnen auch (fast) automatisch gerade und eventuelle Unebenheiten im Eck korrigierst du dann, wenn es so weit ist.

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Ein raumhoher Bücherregal geplant? Hier solltest du mit dem Tapezieren anfangen. Vertrau mich einfach…. Foto: Parsley of Happiness

5. Fang an, wo es am wenigsten sichtbar ist

Als ich diesen Tipp irgendwo gelesen habe, dachte ich: „Welchen Unterschied macht es wirklich?“ Entweder schaffe ich dieses Tapezierding oder nicht. Ich werde wohl kaum ein Profi nach bloß einer Wand.

Ne, Profi bin ich nicht geworden, es ist aber so: mit jeder Bahn, die du anbringst, wirst du in der Tat besser. Du bekommst ein Gefühl dafür, wie viel Kleister du brauchst, wie die Tapete sich verhält, wenn sie voller Kleister ist etc.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass deine letzte Bahn schöner wird als die erste. So, falls du irgendwo an deiner Wand einen hohen Vitrinenschrank planst, würde ich dort mit dem Tapezieren anfangen. Und wenn nicht, fang zumindest nicht gegenüber der Eingangstüre an. Diese Wand ist die erste, die du siehst, wenn du den Raum betrittst. Nur zum Thema erster Eindruck und so …

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Die Tapete lässt sich an die Wand noch ein wenig bewegen. Das rettet alles! Foto: Parsley of Happiness

6. Überlappend oder Stoß-an-Stoß Tapezieren

Auch hier tauchen die seltsamsten Theorien im Netz auf, eigentlich ist es recht einfach.

Wenn das Muster von einer Bahn in die nächste übergeht, ist es eine klare Sache: Stoß-an-Stoß, sonst bekommst du jedes Mal einen komischen Streifen im Muster. Falls dies nicht der Fall sein sollte, bist du etwas mehr flexibel. Ich würde aber trotzdem Stoß-an-Stoß empfehlen. Die Tapete ist zwar dünn, aber trotzdem siehst du immer die Seitenkante, wenn du überlappend verlegst.

Außerdem ist es überhaupt nicht schwierig, die Tapete auf der Wand zu schieben, wenn sie noch feucht vom Kleister ist. Wenn die Bahnen nicht sofort dicht liegen, schiebst du die Tapete mit beiden Handflächen gegen die bereits angebrachte Bahn, bis sie aneinander liegen. Die einzige Ausnahme sind Ecken (siehe Punkt 4.). Hier lohnt es sich, um die Ecke zu legen, und um ca. 2 cm zu überlappen, um evtl. Unebenheiten auszugleichen.

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Keine „Tapezierentscheidung“ ist so schlecht, wie bei der Kleister zu sparen. Foto: Parsley of Happiness

7. Nicht am Kleister sparen!

Es gibt unterschiedliche Kleistersorten. Wir haben die Pulvervariante zum Wassermischen gewählt. Ein Karton hält total lange, außerdem kannst du den gemischten Kleister ca. 7 Tage lang lagern. Das heißt, auch wenn du die ganze Arbeit nicht an einem Tag schaffst, kannst du trotzdem Kleister für den ganzen Job vorbereiten. (Wir haben jeden Abend ein paar Bahnen verlegt.)

Verteile eine großzügige Schicht Kleister auf der ganzen Tapete (wirklich die ganze Tapete). Was zu viel ist, drückst du beim Verlegen seitlich raus. Diesen Kleister wischt du problemlos weg mit einem feuchten Tuch. So weißt du auch, dass du genug Kleister verwendet hast.

Problematischer wird es, wenn du beim Tapezieren zu wenig Kleister verwendet hast. Es ist einerseits schwieriger, währenddessen mehr Kleister nachzutragen. Außerdem „quillt“ die Tapete leicht auf, wenn sie feucht vom Kleister ist. Aber keine Sorge, du siehst das nicht mal und die Tapete zieht sich wieder zusammen, wenn sie trocknet. Das ist zudem ein Wundermittel gegen die letzten kleinen Luftblasen. Auf den Stellen, wo kein Kleister ist, bleibt die Tapete hingegen trocken und starr. Hier kann es sogar sein, dass nachher zusätzliche Luftblasen entstehen, weil ja die feuchte und die trockene Tapete sich unterschiedlich verhalten, wenn sie trocknen.

Also großzügig Kleister verwenden

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Die Huhn oder das Ei? Kleister an die Wand oder auf die Tapete? Fragen über Fragen… Foto: Parsley of Happiness

8.  Kleister an die Wand oder auf die Tapete?

Auch hier wirst du etliche Varianten und Erklärungen online finden. Die Profis tendieren eher Richtung Tapete, die DIY-Leute sind jedoch des Öfteren für „Team Wand“.

Wir haben natürlich beides probiert (war ja klar …) und haben uns auf die Seite der Profis gestellt. Der Clou liegt nämlich darin, dass du die Klebeseite der Tapete nach der Mitte zusammenfaltest, damit der Kleister so richtig arbeiten kann. Danach faltest du aber nur das obere Ende wieder aus und hängst dieses richtig an die Wand. Wenn sie gerade hängt und der Rapport stimmt, faltest du den Unterteil aus, der jetzt (fast) automatisch richtig hängt, und der muss nur an die Wand gestrichen werden.

Mit dieser Methode ist die Bahn kürzer und handlicher, weil sie zusammengefaltet bleibt. Zudem bleibt hier der Kleister sauber in der Tapetenfalte eingeschlossen. Schmierst du den Kleister erst an die Wand, hast du schnell Kleister überall!

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Selbst die einfachste Wand hat in der Regel eine Steckdose oder einen Lichtschalter, was nun? Foto: Parsley of Happiness

9.  Was mit den Steckdosen und Lichtschaltern?

Ohne zu viel auf die unendlichen Theorien und Methoden einzugehen, komme ich direkt zur Sache. Wir haben folgende Erfahrung gemacht:

Ist das Zimmer neu und die Steckdosen und Lichtschalter sind noch gar nicht montiert, sondern nur „Löcher“ in der Wand, markierst du die Löcher nur vorsichtig mit einem Stift. Wenn du fertig bist und die Tapete getrocknet ist, schneidest du das Loch in der Tapete aus.

Aber sind die Steckdosen und die Schalter schon da, nimmst du erst den Rahmen herunter (ist in der Regel mit einem Klick-System befestigt und kann mit einem Schraubenzieher einfach abgenommen werden). Wenn du die Tapete legst, machst du erst ein gutes Maß und schneidest ein Loch groß genug für den Schalter oder die Steckdose, aber kleiner als der Rahmen. Nachher wird der Rahmen deinen Schnitt schön kaschieren.

Dann wünsche ich euch viel Spaß am Tapezieren und zeigt mir gerne eure Ergebnisse!

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Was die richtige Tools ausmachen. Foto: Parsley of Happiness

Werkzeug:

Scharfes Tapetenmesser

Mit Betonung auf scharf. Du willst nicht den Tag und die Wand mit einem unscharfen Messer mit etwas Kleber vom letzten Mal kaputt machen. Sobald die Tapete die kleinste Spur von einem fransigen Schnitt aufweist, solltest du sofort die Messerklinge tauschen oder abbrechen.

Kleisterbürste

Wir haben auch eine Kleisterrolle probiert, aber das hat irgendwie nicht so gut geklappt. Eine breite Bürste ist besser. Es gibt Diskussionen im Netz, inwiefern eine Bürste mit dem Griff seitlich, wie eine Haarbürste oder dem Griff in der Mitte wie ein Malerpinsel besser ist. Tja, da kann ich nicht mehr mitreden, wir haben einen breiten Malerpinsel verwendet und das hat für uns super geklappt.

LED-Lichtstreifen

Du brauchst hier nichts Neues kaufen, aber vielleicht hast du schon sowas zu Hause. Nimm das Ding fürs Tapezieren wieder her! Es muss nicht mal fancy sein, vielleicht hast du was in der Weihnachtsdeko oder aus deiner Disco-Zeit(?). Gemeinsam mit einer Wasserwaage kann so ein gerader Lichtstreifen wirklich eine gute Hilfe sein, um die Tapete gerade zu hängen. Die Laser-Wasserwaagen sind natürlich super und helfen sehr, sind aber kein Muss.

Bist du neugierig, wie der Rest vom Zimmer geworden ist? Hier siehst du das ganze Ergebnis!

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Wer sucht, findet Fehler. Aber warum sollte er das tun? Die Tapete hängt alle sind glücklich. Foto: Parsley of Happiness

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